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(eingestellt am 21. 7. 2025)
Am 13. 4. 2025 berichtete Klaus Büstrin im Berliner "Tagesspiegel" und in den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" unter dem vorstehenden Titel über die Kriegszerstörung des Turms der Heiligengeistkirche in Potsdam - siehe: https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/80-jahre-nacht-von-potsdam-gerhard-grafs-bilder-vom-unzerstorten-potsdam-13534339.html
Der barocke Turm an der Havel gehörte zum berühmten Dreikirchenblick Potsdams mit der Garnison- und der St. Nikolaikirche. Gerhard Grafs Bilder von der
Heiligengeistkirche (auch Heilig-Geist-Kirche) sind schöne Beispiele für die Bedeutung Gerhard Grafs als "Der deutsche Städtmaler" und als einer der produktivsten Vertreter der
Architekturmalerei. "Mit seiner Kunst lädt Gerhard Graf zum Wiederentdecken des alten Potsdam mit seiner wohl unwiederbringlichen Atmosphäre ein. Sie hat heute dokumentarischen Wert."
schreibt dazu der Autor des Artkels, Klaus Büstrin. Und dies im Stil des gemäßigten deutschen Impressionismus, "mit Anklängen an den Impressionisten Paul Césanne."
Potsdam - Alte Fahrt mit Blick auf die Heiligengeistkirche um 1920, Öl auf Lw., 60 x 80, r. u. sign., verso betitelt, WVZ Nr. 0313
Umfassender dokumentiert Manuel Ruoff in der "Preußischen Allgemeinen" vom 19. 4. 2024 den Untergang der Innenstadt Potsdams. Wir zitieren auszugsweise: "Als letztes fiel der Turm. ... Im vorletzten Kriegsmonat .. , am Abend des 14. April 1945, zerstörte die Royal Air Force (RAF) bei einem einzigen Luftangriff große Teile der Innenstadt. Dabei brannte auch das Kirchenschiff der Heilig-Geist-Kirche in der Burgstraße aus.
Der Kirchturm überstand zwar den Angriff der britischen Bomber unbeschadet, aber nicht den der sowjetischen Artillerie. Am 25. oder 26. April setzte die vorrückende Rote Armee den Turm durch Artilleriebeschuss vom Güterbahnhof aus in Brand. Der hölzerne Turmhelm stürzte ab. ..."
1960/61 wurde das Kirchenschiff abgebrochen. Es blieb der Turmstumpf. Partei und Staat wollten ihn loswerden. Am 20. April 1974 wurde der verbliebene Rest des Kirchbaus gesprengt.
Nach dem Stadtschloss, der Garnisonkirche und dem alten Schauspielhaus war nun auch die Heilig-Geist-Kirche beseitigt.
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(eingestellt am 2023-08-18)
Am 6. August 2023 wurde in der Sendung "Bares für Rares" im ZDF das Werk 0820 Fischerei Wegener am Plessower See in Werder V, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, r. u. sign. versteigert.
Immerhin gab es korrekte Informationen über Gerhard Graf und das Bild, mit 500, - bis 600, - € eine marktgerechte Einschätzung des Bildes durch die Kunstexpertin und am Ende den Zuschlag bei 750, - €.
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(eingestellt 2023-01-11, aktualisiert 2023-02-03)
Zu den Aufgaben der Gerhard-Graf-Gesellschaft gehört auch die Provenienzforschung. Ein Fall aus jüngster Zeit verdient, hier berichtet zu werden. Es Begann im Jahr 2010, vor 22 Jahren. Um das Motiv einer Gouache zu klären (siehe nebenstehendes Foto) wandten wir uns an das Archiv der Stadt Magdeburg. Von dort wurde bestätigt, dass es sich bei dieser Gouache in der Tat um eine Ansicht von Magdeburg handelte.
Bei der Recherche wurde im Archiv der Stadt Magdeburg festgestellt, dass der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg 1937 ein Ölgemälde von Gerhard Graf für die Stadt erworben hatte. Dazu fand sich (2011) im Archiv ein Zeitungsbericht aus der Zeitung "Der Mitteldeutsche", Nr. 112, vom 25. 4. 1937 mit einem Schwarz-Weiß-Foto (siehe nebenstehendes Foto). Das Originalbild aber war nicht aufzufinden - weder im Archiv, noch im städtischen Kunstmuseum, noch im Rathaus, zu dessen Ausgestaltung es möglicherweise gedient hatte; vielleicht war es bei den Bombenangriffen 1944/45 zerstört worden.
Doch dann meldete sich bei der Gerhard-Graf-Gesellschaft im September 2022 ein Herr aus Bad Grund, der auf verschlungenen Wegen Eigentümer eines
großformatigen Ölgemäldes von Gerhard Graf geworden war. Auf unsere Empfehlung hin wandte er sich an die Stadt Magdeburg. Nach näherer Prüfung kamen alle Beteiligten zu der Überzeugung, dass es
sich um das verschollene Gemälde Gerhard Grafs aus dem Magdeburger Rathaus handelte. Die Stadt Magdeburg hat sich daraufhin erfreulicherweise entschlossen, das Werk zurückzuerwerben. Die Resonanz
in den Medien war sehr gut.
Im Kulturhistorischen Museum erinnert das großformatige Bild (siehe nebenstehendes Foto) nun an die Elbefront von Magdeburg vor den Zerstörungen des Krieges: Der Blick geht vom Werder, d. h. vom Osten über die Elbe auf die Stadt - der Standort ist wahrscheinlich in Höhe der heutigen Jerusalembrücken - und zeigt links den Dom, in der Mitte die Johanniskirche und rechts das Türmchen der Wallonerkirche. Das Bild befindet sich in einem erstaunlich guten Zustand. Sein sicher abenteuerlicher Weg nach 1944/46 konnte leider nur bis ca.1970 zurückverfolgt werden: Ca.1970 wurde das Gemälde von einem Ehepaar aus Berlin bei seinem Umzug nach Bad Grund im Harz mitgebracht, von wo es jetzt nach Magdeburg heimgekehrt ist.
0212 Blick auf Magdeburg, Gouache, 15,5 x 23, PP, R, li. u. sign.
0420 Blick auf Magdeburg I, vom Werder aus gesehen, Öl Lwd, 1936, verschollen, Foto aus "Der Mitteldeutsche" vom 25. 4. 1937, Archiv Stadt Magdeburg
0420 Blick auf Magdeburg in den 1930er Jahren, vom Werder aus gesehen I, Öl Lwd, 1936, 90 x 115, lu sign, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, 2022-12-15, Foto KMM Charlen Christoph
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(eingestellt 2022-03-12)
Ein privater Kunstsammler aus Brandenburg hat eine der größten Sammlungen von Werken Gerhard Grafs erworben und sie dem Museum der Havelländischen Malerkolonie in Schwielowsee-Ferch als Dauerleihgabe überlassen.
Die Sammlung umfasst insgesamt 44 Werke, die einen sehr guten repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen Gerhard Grafs darstellen.
Gerhard Graf ist einer der führenden Vertreter des gemäßigten deutschen Impressionismus des 20. Jahrhunderts, dessen Hauptschaffensperiode zwischen 1925 und 1939 lag. Aus dieser Zeit stammen die - teilweise datierten - Werke.
Das Museum wird die Werke regelmäßig in seinen Ausstellungen zeigen und ist auch bereit, sie anderen Ausstellern auszuleihen (Kontakt: https://www.havellaendische-malerkolonie.de/cms/zeigeBereich/31/kontakt.html).
Nachstehend sehen Sie Beispiele aus der Sammlung.
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